Ein Rückblick auf den März 2010
Vom Schmökern im Stadtarchiv zum IBA-Projekt in Köthen
Das erste März-Wochenende beginnt nicht mit dem herbeigesehnten Frühblühern, Weidenkätzchen und Sonne tanken auf dem Balkon, sondern mit Schnee. Rund 10 cm Neuschnee in der Nacht und mal wieder hieß die erste morgendliche Aktion: Schneeschieben. Aber eigentlich ist das Wetter schön. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau und die Straßen weiß.
Das Wetter bleibt aber den ganzen Monat durchwachsen. Frühsommerliche Temperaturen lassen schon bald den Schnee tauen und Regenschauer, grauer Himmel und starker Wind lassen den Herbst ein paar Tage später Einzug halten. Dann bald wieder T-Shirt-Wetter und +20°C. Mehr Stabilität verspricht dann wohl bekanntermaßen der April.
Der Tag der Archive – Stöbern im Stadtarchiv Köthen
Auch das Stadtarchiv Köthen beteiligte sich an diesem bundesweit durchgeführten Tag der Archive und lud die Besucher zu einen Rundgang durch alte Bücherregale, Fotos und den extra angefertigten Familien-Stammbäumen im XXL-Format. Der Andrang hielt sich zum Zeitpunkt meines Besuchs in Grenzen, sodass ich mir ganz in Ruhe alles ansehen konnte und freundlicherweise das eine oder andere von Mitarbeitern des Archivs erklären lassen konnte.
Super Sache so ein Tag der Archive! Gern hätt’ ich überall herum geblättert und vieles hier veröffentlicht…
IBA-Plattform auf dem Marktplatz
Unter dem Motto “Homöopathie als Entwicklungskraft” trat Köthen an den Start zur Internationalen Bauausstellung Stadtumbau 2010 in Sachsen-Anhalt. Nun geht es auf die Zielgrade, die Ergebnisse sind sichtbar und in Form der Europäischen Homöopathischen Bibliothek, dem Pfad der Homöopathie und dem neu gestalteten Platz am Magdeburger Turm für jeden greifbar.
Jetzt, zum Ende des Projekts, wird auch noch einmal versucht, die Bürger und Besucher der Stadt Köthen mit einzubeziehen. Eine Informationsplattform, die einen um 10 Stufen erhobenen Blick über den Marktplatz bietet, wurde zwischen Jakobskirche und Springbrunnen installiert. Hier erfährt man was das IBA-Projekt ausmacht und welche Projekte wie umgesetzt wurden. Auf das sonst typische “europäische bürgernahe Amtdeutsch” wurde auch endlich mal verzichtet und sich in deutsch und englisch auf das Wesentliche konzentriert.
Am Ende ist’s sicher nur wichtig, dass ein paar unschöne Stellen in der Stadt verschwunden sind und ein Spaziergang zwischen Bachplatz, Magdeburger Turm und Lutzeklinik äußerst sehenswert geworden ist. Wenn diese nun auch noch einen wirtschaftliche Aufschwung bewirken, ist’s gut. Wenn nicht, ist’s auch nicht so schlimm. Denn die hierfür eingesetzten Fördermittel aus dem europäischen Geldsäckel wären sicher in andere ähnliche Projekte geflossen und Köthen hätte ein paar Schandflecke behalten.
Graffitis machen graue Wände lebendig…
So sagt es zumindest eine Textzeile von Keimzeit. Doch machen die kaligrafischen Wunderwerke der FCM- bzw. HFC-Anhänger in Köthen dies wirklich!? Neben unzähligen kleineren Wegmarkierungen an Verkehrsschildern, Wänden und Mülltonnen , wurde im März die Mauer an der ehemaligen Brauerei, Ecke Springstraße das Ziel des künstlerischen Auslebens. Also mir persönlich wären sicher beide Klubs ein paar Ligen höher recht! Doch werden diese Wortmeldungen wohl an der bisherigen Lage in Liga 4 sicher nichts ändern.
Auch einige der Kühe am Schlossplatz standen einigen Leuten im Weg, wurden aus ihren Verankerungen gerissen, umgeworfen und nun repariert. „Früher gab’s das nicht!“ – höre ich meinen Vater sagen und klinge nun wohl selbst schon wie er.
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