Das Barockschloss Ostrau
Einstige Residenz der Familie von Veltheim und kulturelles Zentrum Ostraus
Zwischen Halle und Köthen – unweit des Petersbergs – liegt die Gemeinde Ostrau, welche erst einmal durch ihre beibehaltenen Straßennamen aus der Zeit vor 1989 auffällt. Die Landesstraße 144 führt auf der Fahrt von Zörbig nach Löbejün direkt durch den Ort und könnte diesen auch wieder ganz schnell vergessen machen, wenn da ein Schild mit der Aufschrift “Schloss” nicht auf eine Sehenswürdigkeit hinweisen würde. Aber auch die Schlosskirche im Zentrum der Gemeinde ist, gerade in der Dunkelheit wenn diese von mehreren Strahlern angeleuchtet wird, ein echter Hingucker.
Otto Ludwig von Veltheim gab im Jahr 1713 den Auftrag zum Bau eines im Stile des französischen Barock gehaltenen Schlosses an den Architekten Louis Rémy de la Fosse. Gräben der früheren Wasserburg und des später errichteten vierflügeligen Renaissance-Schlosses – deren Überreste praktisch vollständig verschwunden sind – umgeben das denkmalgeschützte Gebäude und ziehen sich durch den gesamten Park.
Der ortsansässige Kulturverein versucht sich seit Jahren an der Wiederbelebung des alten Glanzes. Aber auch wenn schon vieles getan werden konnte, so sieht man als außenstehender Betrachter doch, dass Ostrau einfach zu weit Abseits liegt, als dass hier – gerade finanziell – bereits alles möglich gemacht wurde und wird. Schade! Denn schließlich gehört das Schloss zu den bedeutendsten Barockbauten Sachsen-Anhalts und könnte ein kultureller Glanzpunkt im ländlichen Raum im Norden des Saalekreis sein. Derzeit kann lediglich das Schloss- und Parkfest als alljährlicher Höhepunkt angesehen werden. An diesem Tag kann der Besucher das Innere des Schlosses und auch die Schlosskirche Ostrau mit ihrer anthroposophischen Grab-Altar-Kapelle besichtigen.
Um 1764 legte Friedrich August von Veltheim eine seinerzeits einmalige Anlage in Deutschland an. Selte Bäume und Sträucher, die sich auch heute noch entdecken lassen, säumten den sogenannte Lustwald. Auch der letzte Bewohner des Familienbesitzes, Hans-Hasso von Veltheim, pflegte diesen weiter und sorgte mit zum Teil selbst von Reisen mitgebrachten fremdländischen Pflanzen für einen sicherlich exotischen Anblick.
Der etwa 2 km lange Rundweg bietet vor allem an heißen Tagen eine angenehme Abkühlung auf schattigen, von hohen Bäumen gesäumten Wegen. Wassergräben und Teiche durchziehen den Park und bieten die Möglichkeit Amphibien und verschiende Vogelarten zu beobachten. Einige Gedenksteine und verwilderte Gräber erinnern an Familienmitglieder der von Veltheims.
Pläne rund um das Schloss
Noch stehen zwischen dem Schlosshof und dem Park einige in den 70igern gebaute Garagen, die alles andere als ins Bild eines Barockschlosses passen. Wie MZ-Web am 4. Juli 2010 berichtete, will nun Steffen Wanka (Vereinsvorsitzender des Kulturvereins Ostrau) ein Zeichen setzen und seine dortige Garage neben dem Taubenhaus abreißen. Er hofft, dass die Gemeinde dann endlich “wach wird, mitzieht und den anderen Teil des leer stehenden Flachbaues ebenfalls abreißt“.
Dem Aussehen des Anwesens würde dies einen erheblichen Nutzen bringen, da der DDR-Garagen-Baustil einfach nicht in eine Sichtachse zwischen Park und Schloss passt. Das Barockschloss Ostrau könnte wieder einen Schritt in die Wiederherstellung des einstigen Antlitzes machen, wenn die Gemeinde mitspielt.
Veranstaltungen
Es sind überwiegend Aquarelle und Linolschnitte die der Hobby-Maler Rudi Sorgatz aus Schönebeck anfertigt. Einiger seiner Werke präsentiert der 1937 geborene Künstler vom 13. Juni bis zum 26. Juli 2010 in der Schlossbibliothek Ostrau. Zur Vernissage lädt der Kulturverein am 13. Juni ab 15:00 Uhr.
Die Webseite des Kulturvereins Ostrau bietet hierzu weitere Informationen im Bereich Veranstaltungen; hier können auch Anmeldungen per Telefon oder E-Mail durchgeführt werden.
Quellen:
- Webseite des Museum Petersberg
- Wikipedia über das Adelsgeschlecht von Veltheim
- Informationen zum Tag des offenen Denkmals
Karte / Übersicht
Auf der L144 nach Ostrau und der Ausschilderung im Ort folgen bzw. nach der Rosa-Luxemburg-Straße Ausschau halten. Parkplätze befinden sich direkt an der Brücke zum Schloss.
Informationen zu diesem Artikel
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