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Kunstprojekt Sachsenspiegel in Reppichau

Mittelalterliche Rechts-Geschichte im Eike von Repgow Dorf

Kunstprojekt Sachsenspiegel in Reppichau

Kunstprojekt Sachsenspiegel in Reppichau

Eigentlich wäre Reppichau ein unscheinbares Dorf wie jedes andere: Etwa 500 Einwohner, Jugendfeuerwehr und ein Fußballverein in der Kreisoberliga – etwas abseits der Bundesstraße 185  zwischen Dessau, Köthen und Aken gelegen. Aber die Gemeinde ist anders, denn im Dorf ist überall Kunst zum Anfassen, Draufsetzen und Bestaunen.

So findet man am Dorfteich – hier möchte ich meinen Rundweg beginnen – 7 überlebensgroße Figuren der Heidelberger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels, welche vom Reppichauer Kunstschmied Frank Schönemann angefertigt wurden. Ein paar Meter weiter das vielleicht schönste Trafohäuschen der Welt. Auf allen 4 Wänden mit Motiven zur Zahl Sieben bemalt, werden Motive zu den 7 Weltaltern, den 7 Herrschilden, den 7 Verwandschafts- und Erbschaftsgraden sowie zum siebten Tag der Schöpfung, dem Tag der Ruhe, gezeigt.

Wieder nur ein paar Schritte weiter erwarten den Besucher ein paar Kunst-Kühe an der “Milchbar”. Auch diese sind wieder mit Bildern und Schriften des Sachsenspiegels versehen und wie alle anderen Wandmalereien auch vom Kunstmaler Steffen Rogge aus Köthen geschaffen.

Der Weg durch die Lindenstraße ist mit weiteren Kunstschmiede-Figuren, die die historischen Straßenlaternen zieren, geschmückt und führen den Besucher so zur Dorfkirche. Der denkmalgeschütze Bau, mit romanischem Turm aus dem 12. Jahrhundert, ist ebenfalls Teil des Freilichtmuseums. Im Inneren werden im Handsiebdruckverfahren hergestellte Illustrationen ausgestellt und der Kirchhof wird durch Schmiedearbeiten zum Heidelberger und Dresdener Sachsenspiegel zur Freiland-Kunstausstellung.

Direkt an den Kirchhof grenzt die Eike-von-Repgow-Straße, welche durch den ehemaligen Wohnsitz des Ritters und mehreren Wandmalereien hervor gehoben wird. Zurück über die Akener Straße in Richtung Teich empfiehlt sich ein Abstecher in das Museum der ehemaligen Motorenmühle fast von selbst. Gegenüber des Museums sind Informationstafeln und Installationen für Erinnerungsfotos aufgestellt; beides sollte beim Reppichau-Besuch nicht unbeachtet bleiben…

Der Weg in Richtung Informationszentrum führt an der Akener Straße entlang. Vorbei an den Wappen der dem Sachsenspiegel angehörenden Gebiete und an der für mich schönsten Wandmalerei zum Thema Heidelberger Sachsenspiegel, mit der Harzer Burg Falkenstein als Motiv. Das Informationszentrum selbst – der eigentliche Ausgangspunkt des Museum-Dorf-Streifzuges – ist in Form einer Burg gestaltet. Mit Türmen, Zinnen und wachenden Rittern an den Wänden sowie Toiletten und Parkplätzem direkt dahinter. Im Inneren erwartet den Besucher ein Saal, der mit einer rustikalen Tafel, schweren Läuchtern an der Decke und umfangreichen Wandbebilderungen die Besucher ins Erstaunen versetzt.

Buchtipps:

Quellen:

Karte / Übersicht

Reppichau liegt im Städtedreieck Dessau, Köthen und Aken. Von der B185 kommend ist die Fahrt über Elsnigk empfehlenswert. Radfahrer führt der R1 direkt ins Dorfzentrum.

Informationen zu diesem Artikel

 

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