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Festtage zur 850-Jahrfeier in Reppichau

Das Eike-von-Repgow-Dorf feiert sich und seinen berühmten Sohn

Festlichkeiten zur 850 Jahrfeier

Festlichkeiten zur 850 Jahrfeier

Das mittelalterliche Treiben im “Eike-von-Repgow-Dorf” wurde bereits am ersten Tag gut von den Besuchern angenommen. Das ganze Dorf und viele Besucher aus den benachbarten Gemeinden waren am frühen Freitagabend auf den Beinen und mischten sich unter das Volk der herbeigeholten mittelalterlichen Ritter, Händler, Gaukler und Musikanten. Das Dorf hatte sich natürlich zum großen Doppeljubiläum – 850 Jahre Reppichau und 800 Jahre Eike von Repgows Ersterwähnung – besonders herausgeputzt. Was noch im Frühjahr eine Baustelle war, wurde zur Festmeile, das im mittelalterlichen Stil eingerichtete Gasthaus “Zur Morgengabe” hat seinen Betrieb rechtzeitig aufgenommen und die Künstler Steffen Rogge sowie Frank Schönemann haben viele neue Werke im Ort platziert.

Die Musikanten der Rabenbrüder sorgten direkt nach dem Einmarsch und den abgefeuerten Salutschüssen des ortsansessigen Schützenvereins für erste mittelalterliche Klänge und ließen Dudelsack sowie Trommel zu fröhlichen Texten erklingen. In der Kirche konnte unterdessen ein Konzert mit Bläsern besucht und in der Elsnigker Straße die Wagen der “Titanen on Tour” begutachtet werden.
Einige der Akteure waren noch mit dem Aufbau ihrer Zelte beschäftigt und andere befassten sich bereits mit der Herstellung eines Bogens oder brachten erste Waren an den Mann.

Etwas später ließ es sich Erich Reichert – Vorsitzender des Fördervereins und Bürgermeister in Reppichau – nicht nehmen, die Festtage gebührend zu eröffnen. Prof. Heiner Lück konnte im Anschluss mit einem Vortrag zum Thema “Besiedlung des Flämings” und “Rechtsgeschichte im Anhaltischen” die Zuhörer vor der Bühne fesseln. Diese konnten in den leidenschaftlich vorgetragenen Ausführungen einiges über die Geschichte ihres Dorfs, über den Spiegler Eike von Repgow und über die Anfänge der Rechtsgeschichte in Deutschland und Europa erfahren. Prof. Lück wurde im Anschluss vom Vorsitzenden des Fördervereins Eike von Repgow für seine langjährige Mithilfe bei Fragen zur Geschichte geehrt. Für mich das Highlight des Abends, auch wenn ein “Vortrag” eher unspektakulär und oft langweilig klingt – was hier aber nie der Fall war.
Den ungarischen Musikabend habe ich verpasst. Hier kann in den kommenden Tagen sicherlich etwas in der lokalen Presse bzw. bei den Regionalsendern RBW oder ZEFF in Erfahrung gebracht werden.

Der Samstag begann mit einer offiziellen Festansprache in der Kirche, die auch Vertreter aus der Politik, der Kirche und der Justiz nach Reppichau lockte – wenn auch nur für eine kurze Stippvisite, dafür aber mit einen Scheck für das Glockenprojekt.
Das “Marktgericht zu Reppichau”, Darbietungen der Gaukler und am frühen Nachmittag die Reppichauer Theatergruppe sorgten für angenehme Unterhaltung. Die Kämpfe der Ritter erzürnten dann am Nachmittag wohl die mächtigen Regengötter und der immer stärker werdende Regen während des Auftritts von Spilwut vertrieb, bis auf ganz wenige Hartgesottene, das Publikum fast vollständig ins Festzelt bzw. unter die Marktstände. Die mittelalterlichen Klänge und das hervorragende Schauspiel der beiden Jongleure wurden somit eher aus der Ferne und mit der typisch anhaltinischen Zurückhaltung („JUBEL!“) bestaunt.

Ulli Schwinge passte dann am Abend nicht wirklich ins mittelalterliche Dorf, hatte aber sicherlich auch seine Anhänger und unterhielt sein Publikum bis in die Nacht hinein.

Der Sonntag, der Tag des großen Festumzugs und Besuchermagnet der 3-tägigen Veranstaltung, hat einen separaten Beitrag auf koethener-land.de bekommen, da doch recht viele Fotos den Weg in die Bildergalerie finden und auch ein kleines Video den Festumzug unvergesslich machen sollten.

Das Doppeljubiläum dürfte viele Besucher, die zum ersten Mal in Reppichau waren, den Ort nahe gebracht und zur Wiederkehr bewegt haben. Wer Reppichau bereits kannte, entdeckte sicherlich einige neue Wandmalereien oder Plastiken und wer in Reppichau wohnt, durfte den Trubel um die kleine Gemeinde genossen haben.
Vermisst habe ich im Vorfeld die sonst überall nicht zu übersehende Werbung für eine Veranstaltung dieser Art. Nirgends ein Poster, kaum Informationen im Amtsblatt… das vielleicht ein Grund, warum das Fest gerade an den ersten beiden Tagen nicht so gut besucht war, wie es das auf jeden Fall verdient gehabt hätte.

Presseveröffentlichungen:

Buchtipps:

Karte / Übersicht

Die Lindenstraße, die Elsnigker Straße und die Eike von Repgow-Straße bilden das Zentrum der Festlichkeiten. Parkplätze wurde am Ortsrand eingerichtet und auch Radfahrer hatten ihre eigene Parkzone am Rastplatz des R1.

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