Groß- und Kleinwülknitz
Kirche aus dem 12. Jhd. ist ältestes erhaltenes Bauwerk der Region
Unter dem Namen Wolnici wird Wülknitz (hierbei das Gebiet von Großwülknitz) 1149 erstmals urkundlich erwähnt, als der Abt von Nienburg den Ort an den Erzbischhof von Magdeburg verkaufte. Anfang des 13. Jahrhunderts wird es die Ortsteile Groß- und Kleinwülknitz bereits gegeben haben, da es 1205 zu einer Nennung von minor Wilkenice (Kleinwülknitz) kam. Heute hat Wülknitz gut 500 Einwohner und ist mit der Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Ziethetal 2004 in die Stadt Köthen eingemeindet wurden.
Die Kirchen in Wülknitz
Die beiden Wülknitzer Kirchen stehen unter Denkmalschutz. Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Bauwerk in Großwülknitz ist das älteste erhaltene Bauwerk in der Region. Die kreuzförmige romanische Anlage hat unüblicher Weise ihren Turm auf der Ostseite, was als christliches Trotz-Symbol gegen die zu dieser Zeit immer wieder von Osten hereinbrechenden Heiden, den Wenden, gesehen werden kann. Ein kleiner Chor mit halbrunder Apsis schließt das Bauwerk nach Osten hin ab. Das aus Bruchsteinen gemauerte Gebäude hat einen kreuzförmigen Grundriss und sämtliche Dächer sind mit einer Biberschwanzdeckung versehen.
Die große rechteckige Kirche in Kleinwülknitz wurde erst in den Jahren 1833/34 errichtet. Die Bauleitung hatte Baumeister Hengst vom Bauamt Köthen, der gemeinsam mit Handwerkern und Meistern aus der Region Köthen, Bernburg und Reinsdorf Bruchsteine aus Wohlsdorf und Löbejün sowie Mauersteine aus Nienburg und Aken zum Bau verwendete. Der Bau der neuen Orgel wurde vom Orgelbauer Haase aus Köthen durchgeführt. Ein älterer Bau aus dem 13./14. Jahrhundert musste abgerissen werden, da dieser baufällig war und der hölzerne Turm einzustürtzen drohte.
Der hohe quadratische Turm ist mit in das Kirchenschiff der im klassizistischen Stil erbauten Kirche eingebettet. Der Eingang befindet sich auf der Westseite und ist über sechsstufige Freitreppe besonders hervorgehoben. Im verwilderten Pfarrgarten steht ein sandsteinerner spätgotischer Taufstein sowie ein Gedenkstein für die Gefallenen des ersten Weltkrieges. Leider scheint das Gebäude und der umgebene Pfarrgarten dem Verfall preisgegeben…
Sport und Freizeit in Wülknitz
Die Kulturscheune Wülknitz ist regelmäßig Anziehungspunkt für Musikfreunde, die den rustikalen Flair der Scheune sowie Country-Musik und Irish Folk mögen. Behindertentanz, Kabarett- und Liederabende sowie das alljährliche Erntedankfest stehen fest auf dem Programm und werden von der Kulturscheune mit großen, extra angefertigten Holzaufstellern an den Wülknitzer Zufahrtsstraßen beworben. Am 27. Februar 2010 gibt es ab 20:00 Uhr Akustik-Rock-Chansons mit deutschen Texten. Das Singer/ Songwriter-Duo Trixi G. wird an diesem Abend mit ihrer Musik den Besuchern unter die Haut gehen.
Der Wülknitzer SV Köthen 05 geht im Jahr 2005 aus der 1985 gegründeten Sportgemeinschaft Wülknitz hervor und spielt derzeit im Herrenbereich in der Kreisliga West Fußball. Das gepflegte Vereinsgelände liegt im Süden des Ortes am Kuhteich. Weiter südlich vom Sportplatz in Großwülknitz befindet sich auf einem Feld das Fundament eines Würzburg-Riesen, einer Radar-Anlage aus dem 2. Weltkrieg.
Verkehr / Radfahren
Der Radweg Nr. 4 der Köthener Landroute führt von Köthen kommend durch Großwülknitz weiter nach Wörbzig. Eine kurze Rast bietet sich hier an der Anlage der romanischen Dorfkirche an und kann dann in Richtung Sportplatz und die L145 kreuzend fortgesetzt werden. Wer mit dem Auto unterwegs ist, wird künftig im Wülknitzer Kreisel seine Runden drehen – seit dem 2. Dezember 2009 ist der einstige Unfallschwerpunkt der früheren Kreuzung als Kreisverkehr wieder befahrbar. Die Bewohner von Pilsenhöhe, Edderitz und Baasdorf freut’s besonders, da der Verkehrslärm – aufgrund der Umleitung – nun wieder nachgelassen hat.
Buchtipps:
Quellen:
- nicht mehr existenter Webauftritt Gemeinde Wülknitz
- Wikipedia über Wülknitz
- Panoramio – Foto des Würzburg Riesen
- MZ-Web über den Wülknitzer Kreisel
Karte / Übersicht
Kleinwülknitz liegt an den Landstraße L145 und L148 am entstehenden Wülknitzer Kreisel, der von Köthen kommend in Richtung A14 den Verkehr sicherer machen wird. Großwülknitz liegt hiervon südlich an den L145, die weiter in Richtung Piethen, Wieskau und Halle führt. Der Köthener Landradweg Nummer 4 führt von Köthen nach Wörbzig durch den Ort.
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