850 Jahrfeier in Reppichau
Mittelalterliche Festtage vom 19. bis 21. Juni 2009
Die erste urkundliche Erwähnung Reppichaus geht auf das Jahr 1159 zurück. Hier findet sich der Name der Familie Repgow in einer Nachricht von 1227 als Lehensleute des Erzbischofs von Magdeburg wieder. Bereits 3 Jahre zuvor, im Jahr 1156, werden Eyco und Arnolt de Reppechowe auf einem Gerichtstag des Markgrafen Albrecht des Bären in Wörbzig erwähnt.
Der Verfasser des Sachsenspiegels, Eike von Repgow, findet seine erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1209. Er kann möglicherweise der Stellung eines Edelfreien, also eines Ritters, zugeordnet werden. Er war des Latein mächtig und beherrschte das Lesen und Schreiben; seine Ausbildung erhielt er vermutlich an der Domschule des Magdeburger Erzstifts. Eike könnte um 1180 geboren sein und, da der Mainzer Hoftag im Jahr 1235 keine Erwähnung in seinem Werk mehr findet, um 1233 gestorben sein.
Diese beiden Jubiläen – die vor 850 Jahren erstmals erwähnte Siedlung Reppichau und der vor 8 Jahrhunderten zum ersten Mal urkundlich genannte Eike von Repgow – dienen der Gemeinde im Juni 2009 als Anlass für ein großes Fest im mittelalterlichen Ambiente. So werden Gaukler, Spielleute und Ritter, mittelalterliches Handwerk, Darbietungen und Musik über 3 Tage als Rahmenprogramm die Feierlichkeiten begleiten.
Bereits am Freitagabend ist der „Empfang der Titanen“ geplant. Ein historischer Wagentreck, der an den Beginn der Besiedlung des Flämings durch die Flamen erinnert, und auf seiner 1.200 km langen Tour vom belgischen Brügge ins Flämische Brück einen Abstecher nach Reppichau macht. Am Samstag erwartet die Besucher viel Musik und mittelalterliches Treiben. Zum Abend Tanz- und Livemusik mit Ulli Schwinge. Die Abschlussveranstaltung, der große Festumzug und wieder viel Musik und mittelalterliches – u.a. mit den Rabenbrüdern – sowie Darbietungen dann am Sonntag.
Das komplette Programm ist auf der Webseite der Gemeinde Reppichau veröffentlicht und kann als liebevoll gestaltete PDF-Datei herunter geladen und ausgedruckt werden. Leider werden die 3 tollen Tage nicht völlig der Zeit des Mittelalters und dem Wirken Eike von Repgows verschrieben sein, wie man es vielleicht von sommerlichen Burgfesten oder Mittelaltermärkten her kennt.
An den Ortseinfahrten Reppichaus wird auf diese beide Jubiläen mit handgemalten Schildern hingewiesen und im Ort selbst finden mehrere Baustellen hoffentlich bis zum Juni ihr Ende. Das RBW Regionalfernsehen zeigt einen Filmbeitrag des Regionalsenders mit Informationen über Reppichau, den anstehenden Feierlichkeiten und über den Sachsenspiegel.
Ein Faltblatt mit Informationen zu den Veranstaltungsorten und den Veranstaltungshöhepunkten kann als PDF auf der Webseite Reiseland Sachsen-Anhalt betrachtet bzw. herunter geladen werden.
Bilder und Eindrücke von Feierlichkeiten gibts dann im Juni hier auf www.koethener-land.de.
Quellen:
- Gerhard Köbler “Bilder aus der deutschen Rechtsgeschichte”
- Marra Brandenburgensis “Der Sachsenspiegel”
- Kurzbiographie des Eike von Repgow
- Wikipedia zum Thema Gau Serimunt
Karte / Übersicht
Reppichau liegt zwischen Dessau und Köthen und ist an der B185 mehrfach ausgeschildert. Der Radweg R1 ist für Radfahrer von Köthen aus entsprechend markiert.
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